melancholie maritim photographie | Von Postkarten, Fotos und dem einen Gefühl
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Von Postkarten, Fotos und dem einen Gefühl

Mit Liebeserklärungen ist das wie mit dem Schreiben von eben solchen Songs. Es gibt Leute bei denen Sätze rauskommen, die man so auf Postkarten oder Kalenderblätte schreiben kann, ohne dabei dämlich zu wirken. Es gibt die Menschen, bei denen der Versuch es nicht kitschig zu machen, wie eine sozialwissenschaftliche Doktorarbeit klingt. Und es gibt Leute, bei denen der Versuch sowas aufzuschreiben, einfach dämlich, kitschig und völlig daneben wirkt. Wie etwa die Sprüche, die bei wohl jedem ab und zu durch die Facebooktimeline schwirren.

Und dabei kennt jeder, zumindest jeder der mal verliebt war, diese Momente, wo einem das Gefühl in der Bauchgegend wie der beste Drogenrausch der Welt vorkommt. Die einen haben das öfter und manche vielleicht sogar nie.

Ich für meinen Teil habe immer gedacht, dass jedes Mal für immer ist. Zumindest am Anfang. Aber darum verliebt man sich ja schließlich auch. Erstmal für immer. Dann mal sehen. Und meistens kommt man sich kurz darauf vor, wie ein trotteliger 15jähriger Teenie, der überhaupt keine Lebenserfahrung hat. Liebe ist ja eine schöne Sache, aber wieviele Dinge, die man in Beziehungen gemacht hat, kann man später nicht mehr erklären. Aber andererseits, wird ja auch alles andere egal. Ob das nun gut ist oder nicht.

Liebeserklärungen können viele Formen haben. Eine Liebeserklärung kann schon eine kleine Geste sein, ohne sich dabei in kitschige Worte zu verlieren, wie sie mir so oft auf der Zunge liegen und womit ich eine ganze spezielle Person anfangs ganz schön überfordert habe. Sie kann aber auch schon das „Sich einlassen“ sein. Einlassen auf etwas, von dem man den Ausgang nicht kennt, was man so nicht geplant hat und von dem der Ausgang offen ist. Etwas das sich schlicht und ergreifend gut und richtig anfühlt.

Aber eine Liebeserklärung kann auch dieser Blick sein, wenn die eine Person völlig euphorisch von der neuen Platte von Punkband XY erzählt, die andere Person diese Euphorie nicht nachvollziehen kann, aber genau diese Seite genauso schätzt wie alles andere und das durch einen einfach Blick und ein Lächeln ausdrückt. Wenn man sich blind versteht, einer vom anderen die Sätze beenden könnte, es aber lässt, damit man sich nicht komplett dämlich vorkommt. Wenn man Leidenschaften teilt und sich stundenlang über Fotos unterhalten kann. Oder auch wenn man einfach mal zusammen schweigen kann.

Ich glaube ob man sich dessen bewusst ist oder nicht, sucht man doch immer irgendwie Glück. Jeder sucht vermutlich auf eine andere Art und Weise und jeder definiert es für sich anders. Aber wenn man es dann gefunden hat, kommt dieses komische Gefühl. Man merkt es einfach.

Und wenn ich so diese eine bestimmte Person ansehe und sie mich anlächelt, ist das genau das, was man immer sucht. Und genau dieses Lächeln ist ihre Liebeserklärung an mich und bedeutet mir die Welt. Danke.